Bildersammlung James Ensor
Anmerkungen zu "Seltsame Masken"
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Was aber wäre grotesker als Masken, die sich mit den Gesichtern vermengen? Ensor wurde dazu vom alljährlichen phantastischen Ostender Karnevalstreiben angeregt. Er malte die bizarren Karnevalsgestalten, die ihn mit Blicken bedrängen, im Verein mit Totenschädeln und agierenden Skeletten, bei unerklärlichen Verrichtungen, in blutrünstigen, irrealen Szenen, und er malte sie in Bodenkammern als zusammengesunkene Marionetten oder als Späher und Lauscher, die sich heranschleichen.

Solches wurde seit eh und je in düsteren Farben, mit schwärzlichen Schatten dargestellt. Ensor hellte die Farben rigoros auf. Den subtilsten Ausdruck des Grausigen entdeckte er im Weiß. Ein schmutziges, doch reiches Weiß dient auch als Fond seines wohl schönsten Bildes, der Seltsamen Masken (1892), dazu starke Lokalfarben in Zinnoberrot und gelb und rote Konturen. Aus hochgespannter Sensibilität kommt diese Farbigkeit. Die Töne fügen sich zu seltsamen Harmonien, schaffen Zauber des Unwirklichen. [A2]