Bildersammlung James Ensor
Anmerkungen zu "Der bürgerliche Salon"

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Anmerkungen zu "Der
			bürgerliche Salon" Mutter und Schwester werden in dem üppig ausgestatteten Wohnraum vom Dekor beinahe verschluckt. Die impressionistische Pinselführung läßt die Konturen unscharf werden. [A3]

Eine die Formen "deformierende" Gestaltung des Lichts findet sich bereits in seinen Interieurbildern vom Beginn der achtziger Jahre. In diesen sogenannten Salonbildern stellt Ensor die ihm meist als Modell dienenden Familienmitglieder inmitten einer düsteren und bedrückend wirkenden häuslichen Umgebung dar. ... Zwar sind auch Ensors dunkle Salonbilder - wie alle seine frühen Werke - „realistisch", doch eine die Gegenständlichkeit teilweise auflösende Lichtführung und die tüpfelnde Malweise verleihen ihnen einen ganz eigenen, zuweilen gespenstisch anmutenden Charakter. Die Szenerie vermittelt keineswegs den Eindruck häuslicher Geborgenheit, wie sie holländischen oder französischen Interieurs eigen waren, sondern sie erscheint im Gegenteil als beklemmend und obsessiv. Ensor weist sie in einen Bereich zwischen Realität und Traum, indem er zwischen Sichtbarem und Imaginiertem die Grenze aufhebt. Später wird er dem Geheimnisvollen, dem gemeinhin Unsichtbaren, das hinter den Alltagsdingen lauert, konkrete, häufig surreal anmutende Züge verleihen, werden Fratzen, Masken und Skelette seinen Bildern ihren unverwechselbaren Stempel aufdrücken. [A3]

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