Bildersammlung
James Ensor

Stephen Goddard: James Ensor

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Stephen Goddard

James Ensor


James Ensor ist am meisten bekannt für seine Bilder von Masken und Skeletten und wegen seines monumentalen Bildes von 1888, "Der Einzug Christi in Brüssel" Georges Seurat: "Ein Sonntagnachmittag auf der Insel Grande Jatte" (jetzt im J. Paul Getty Museum in Malibu, California). Dieses Werk wurde oft als Ensors Antwort auf Seurats "La Grande Jatte" ("Ein Sonntagnachmittag auf der Insel Grande Jatte") angesehen, welches im vorhergehenden Jahr bei der progressiven Ausstellungsgesellschaft "Les XX" ("Die Zwanzig") gezeigt wurde. In Ensors Gemälde "Der Einzug Christi in Brüssel", und in den meisten seiner biblischen Bilder (einschließlich "Christi Höllenfahrt", die hier zu sehen ist), ist wenig Zweifel, daß die Figur Christi ein Selbstporträt des Künstlers ist. Diese Ansicht wird ausführlich in Stephen McGoughs Studie untersucht [A9] .

Ensor war auch ein produktiver Grafiker. Mehr als die Hälfte seiner gesamten Produktion von 133 Radierungen wurde zwischen 1886 und 1891 geschaffen. Seine Faszination von der Grafik ist wundervoll in zwei Äußerungen des Künstlers ausgedrückt. In einem gut bekannten Brief von 1934 schrieb er an Albert Croquez über dieses Zuwenden zur Radierung im Jahre 1886 im Alter von sechsundzwanzig Jahren [A8] :

Die Malmaterialien beunruhigten mich trotzdem (1886). Ich fürchtete die Vergänglichkeit der Malerei, die den Untaten der Restauratoren ausgesetzt ist, der Seltenheit, den Beleidigungen der Reproduktionen. Ich wollte überleben, zu den zukünftigen Menschen noch in einem langen Zeitraum sprechen. Ich dachte an solide Kupferplatten, an unveränderliche Tinten, an mühelose Reproduktionen, an treue Drucke, und ich übernahm die Radierung als ein Ausdrucksmittel.

Einige Jahre später schrieb er seiner Freundin Emma Lambotte:

Ich bin daher dankbar, daß Sie gut von meinen Radierungen denken. Ich habe sie zu Ihrem Vergnügen signiert und datiert. Wenn Sie die Daten betrachten, können Sie sehen, daß 1888 eine fruchtbare, glückliche Periode von Spaziergängen an der frischen Luft war, unterbrochen durch die köstliche Arbeit des Radierers. Die Natur schien schön und freundlich zu sein.