(Bemerkung zur Folge 321 "Blutiger Asphalt" mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl vom 12.11.1995 aus der Reihe "Tatort")

Ein verschuldeter Münchener Kneipenbesitzer ersticht seine Ver- lobte. Sie stammte aus dem Osten, hatte eine Erbschaft gemacht und ihm einen Haufen Geld geborgt, was sie nach einem Streit zurückfordert. Der Mörder lenkt den Verdacht auf seinen Nach- barn, einen genialischen Ingenieur mit Zopf, der ohne eine kräfti- ge Firma im Rücken an einer verzwickten Steuerung für eine Bau- maschine herumerfindet und hinter allem eine Verschwörung vermutet, die ihn um die Früchte seiner Arbeit bringen soll. Emp- findsam, aufbrausend, geschieden, liebt er seinen Sohn und eine Studentin. Aus dieser prügelt er schließlich das Bekenntnis heraus, daß sie seine Ergebnisse an einen großen Baumaschi- nenproduzenten verraten hat.

Mit der Aufklärung des Mordes sind zwei Kommissare beauftragt, bescheiden, machtlos, ehrlich bemüht um Gerechtigkeit, ange- messen klug. Sie haben es sehr schwer. Mörder und Verdächti- ger sind aus bayerischem Holze geschnitzt, vulkanischen Beneh- mens beide, der eine dabei schlau berechnend, der andere miß- trauisch und zukunftsgläubig wie ein Kind. Schließlich verdichten sich die Indizien auf den Richtigen. Aus diesem holt der eine Kommissar schließlich das Geständnis heraus. Ebenfalls mit Prügeln natürlich.

Der andere will dem Erfinder wohl und ihn vor Selbstmord und Diebstahl schützen. Was der Gesellschaftsordnung nicht gelingt, erreicht der kleine Polizist natürlich ganz und gar nicht. Der Betro- gene erschießt den in Selbstvorwürfen verfangenen, aber voll- ständig von seinem Arbeitgeber abhängigen Entwicklungsleiter des Baumaschinenbosses (der nie ins Bild kommt) und verfehlt einen bestochenen Patentbeamten nur, weil er vorher von sei- nem staatsdienernden Freund tödlich getroffen wird. Der will nun schließlich den geschniegelten und kaltschnäuzigen Überleben- den wenigstens verwamsen, wird aber von dem anderen Polizis- ten davon abgehalten. Wo käme diese Republik auch hin, wenn ihre Beamten miteinander rauften!

Der Große mit der Knete bleibt unsichtbar. Er wird weiter Beamte und Subalterne kaufen und gegeneinander hetzen, bis er von einem Beauftragten der Konkurrenz gekillt wird. Es sei denn, er bietet mehr und die Gegenspieler werden ausgeschaltet. Das ist alles nur eine Frage des Geldes.