Der Distichen zweiter Teil
Der Distichen zweiter Teil

01. November 2015
Langsam entgleitet die Welt den Blicken des ruhenden Geistes.
Träumende Wahrheiten kehren freundlich zurück.

01. November 2015
Tief im Dunkel verbergen sich einsam ruhende Flächen.
Glücklich ist, wer sie sich aufspürt im treibenden Sturm.

01. November 2015
Gleitet das Boot auch ruhig auf friedlichem Wasser,
ist doch bedrohlich die Tiefe unter ihm da.

04. November 2015
Fallende Blätter formen den farbigen Herbst hierzulande,
und Menschen führen Brüllmaschinen umher.

04. November 2015
Fallende Blätter formen den farbigen Herbst hierzulande,
und Menschen führen Brüllmaschinen umher.

04. November 2015
Einsam sitz' ich hier drinnen träumend von glücklichen Welten.
Draußen im Dunkel die Wisperer schweigen mich an.
Macht's gut!

06. November 2015
Leute, laßt mich zu Bett gehn, es ist schon früh fast am Morgen.
Leuchtet das Tageslicht, muß ich mich wieder bewegen.

08. November 2015
Zögernd nur hat der Kaiser den Reichstag dem Volke gewidmet.
Heute steht nachts sein Geist oft höhnisch grinsend davor.

30. November 2015
Die Amseln zwitschern am Futterhaus:
"Rosinen raus! Rosinen raus!"

01. Dezember 2015
Felisophilie treibt seltsame Dinge. Ist sie schon Krankheit?
Oder harmlose Sucht, die man gerne verzeiht?

03. Dezember 2015
Weitausholend und kraftvoll stürmt die Dampflok zum Ziele.
Dumpf und brummend mach es die E-Lok ihr nach.

10. Dezember 2015
Eins nur, Gevatter, möcht' ich von Euch hören, wohin
die Reise geht, die Ihr dies Schifflein führt.

10. Dezember 2015
Ursprünglich wollte ich streitende Lieder dichten wie Heine.
Krumme Formeln wurden mir dann zum Beruf.

28. Dezember 2015
Denke daran, daß der Mensch des Menschen Feind ist
und daß er sinnt auf Vernichtung.
GÜNTER EICH im Jahre 1951

29. Dezember 2015
Ich wollt' schon immer mal nach etwas fragen,
doch niemals fällt mir ein, wonach.

06. Januar 2016
Kein Körnchen Wärme darf in dieser eingeschneiten Nacht verglimmen,
wollt ihr am Morgen noch den Tag erleben.

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