Der Klugen Sprüche fünfter Teil
Der Klugen Sprüche fünfter Teil

25. November 2015
Eigentlich ist es still. Aber irgendetwas rauscht. Das Blut? Der Venntilator im Laptop? Die Heizung? Fernsehsender- signale? Akkuladegerät?

25. November 2015
Eine Brücke aus geflüsterten Worten trägt dich über den Abgrund der Einsam- keit.

25. November 2015
Ich staune immer wieder, mit welch deto- nierenden Sätzen die Großen ihre Texte begonnen haben.

25. November 2015
Das ist ein Einleitungssatz, der mich seit Jahrzehnten verfolgt: "Den 20. ging Lenz durch's Gebirg."

25. November 2015
Auf die Frage "Warum?" erhältst du sel- ten eine Antwort. Bekommst du aber eine, ist sie nicht die Wahrheit.

26. November 2015
Am besten schmeckt Mittagessen, das mit Geschick aus Resten zusammenge- rührt worden ist. Und wie ist das mit der Liebe? Weiß man was Genaues?

26. November 2015
Ruhe jetzt, Alter, du redest zu viel! Was sollen bloß die Leute von Dir denken!

28. November 2015
Im Unendlichen, wo sich die Parallelen treffen, werden die Hoffnungen gegen Gewißheiten ausgetauscht.


Zur Rechtschreibung

03. Dezember 2015

Nicht die Dummheit der Schüler, sondern die der Lehrer führte zur Zerstörung der deutschen Rechtschreibung.

03. Dezember 2015
Ich schreibe Gerächtigkeit mit ä, weil sie auch mit Rache zu tun hat.

03. Dezember 2015
Ich setze die Kommas dorthin, wo sie auch in meinen Gedanken stehen.

03. Dezember 2015
Ich schreibe Röligion mit ö, weil die ein- schlägigen Kriege ums Öl geführt wer- den.

14. Dezember 2015
Regeln sollen nicht verstanden, sondern befolgt werden.


05. Dezember 2015
Weine nur dann, wenn du den Blick ohne Gefahr für eine Weile von deinem Wege abwenden kannst!

05. Dezember 2015
Tweets, die mir wichtig sind, werden oft wenig beachtet. Ist das traurig? Oder schrecklich? Bin ich übermütig? Oder ist das einfach normal?

06. Dezember 2015
Wie immer kämpft sich irgendeine fins- tere Wahrheit ängstlich durch den lich- ten Tag

06. Dezember 2015
Deine Sprache verrät Dich!

06. Dezember 2015
Der richtige Weg? Den gibt es nicht. Nur Wildwechsel durch unwegsames Gelän- de.

07. Dezember 2015
Auch wenn du auf den höchsten Berg steigst, wirst du den Flug deiner Gedan- ken nicht erreichen.

10. Dezember 2015
Eins nur, Gevatter, möcht' ich von Euch hören, wohin die Reise geht, die Ihr dies Schifflein führt.

10. Dezember 2015
Nur die im Dunkel gehören sich selbst.

10. Dezember 2015
Jetzt, ohne Laub, rauschen die Bäume nicht mehr. Später vielleicht, im Frost, werden sie klirren.

10. Dezember 2015
Kostbar und unwiederbringlich ist ein freundliches Lächeln.

10. Dezember 2015
Ursprünglich wollte ich streitende Lieder dichten wie Heine.
Krumme Formeln wurden mir dann zum Beruf.

12. Dezember 2015
Die immerwährende Gefahr, der Gewalt der Sprache zu erliegen, ohne die Worte zu prüfen.

12. Dezember 2015
Irgendwer hat bei einer ernsthaften Ge- legenheit meine Ehrlichkeit gelobt. Das hat mich furchtbar erschreckt.

13. Dezember 2015
Wenn du sprichst, verstummen die Din- ge. Schweigst du aber, flüstern sie tröst- liche Worte.

13. Dezember 2015
Worte bilden einen Schleier vor der See- le des Dichters.

15. Dezember 2015
Alle Wege sind gerade. Nur du denkst dich dahin und dorthin.

16. Dezember 2015
Wie geheimnisoll mögen wohl die Ge- danken sein, aus denen deine Worte stammen?

20. Dezember 2015
Ursprüngliche Gedanken sind oft von überraschender Brutalität. Erst ihre For- mulierung mildert krasse Ecken und scharfe Kanten.

21. Dezember 2015
Es gibt so viele Dinge, die so sind, wie sie sind. Da muß man doch nicht nach welchen suchen, die nicht so sind, wie sie sind.

22. Dezember 2015
Von nischt wird nischt.

23. Dezember 2015
Auch wenn du nicht unfehlbar bist, soll- test du keine Fehler machen.

23. Dezember 2015
Hat man um Hilfe gerufen, denkt man: "Ich war ja nicht untätig." Man irrt.

23. Dezember 2015
Mich wundert, daß ich fröhlich bin.
(Martinus von Biberach, 1498)

24. Dezember 2015
Heute abend sitzen sie alle fröhlich in unserer Stube. Sie sind mir alle ans Herz gewachsen, und ich kann von jedem Ge- schichten erzählen.

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